Symbolbild: Pixabay

In anbetracht der bevorstehenden Sommerferien hat der Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch die Kosten für die Nutzung des Smartphones im Ausland analysiert. Das überraschende Fazit daraus: Viele Schweizer Mobilfunk-Anbieter haben die Preise für ihre Roaming-Pakete gesenkt. Das Preisniveau sei gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken, so der Vergleichsdienst in seiner Studie.

"Bei den Roaming-Paketen gibt es in diesem Jahr im Schweizer Markt so viel Bewegung wie seit vielen Jahren nicht mehr. Zahlreiche Anbieter haben kürzlich die Preise gesenkt", sagt Telekom-Experte Ralf Beyeler von Moneyland.ch. Insbesondere bei Salt und Coop Mobile seien die Pakete im Vergleich zum Sommer 2025 massiv günstiger geworden. Aber auch andere Anbieter wie Quickline, Digital Republic und Sunrise haben demnach die Preise reduziert. Aber nicht alle Anbieter haben ihre Preise gesenkt: Bei den Sunrise-Marken Swype, Lebara und Yallo sind die Preise für EU-Roaming der Studie zufolge seit fünf Jahren gleich.

Kunden von Salt profitieren seit Juni 2026 von einer neuen Einteilung der Europa-Zone:Denn endlich zählen auch bei Salt alle EU-Länder zur Europazone. Das gilt auch für die anderen Salt-Marken Gomo, Lidl Connect, Post Mobile und Sky Mobile. Bei Swisscom, Sunrise und anderen Anbietern enthalten die Europazonen seit vielen Jahren alle EU-Länder. Der Vorteil: Die Pakete für Europa sind in allen EU-Ländern sowie in einigen weiteren Ländern wie Grossbritannien und Norwegen gültig. Bei Swisscom, Sunrise und anderen Anbietern enthalten die Europazonen seit vielen Jahren alle EU-Länder.

Erster Kostenvergleich: M-Tel vor Salt am günstigsten

Der erste Kostenvergleich von Moneyland.ch berechnet die Kosten für ein typisches Ferienprofil: vier Reisen innerhalb eines Jahres in unterschiedliche EU-Länder, nämlich zwei Wochen Sommerferien, eine Woche Herbstferien sowie zwei viertägige Städtereisen. Berechnungsgrundlage sind insgesamt 14 GB Datenroaming und 30 Minuten Telefongespräche.

Im ersten Kostenvergleich des Vergleichsdiensts ist M-Tel mit Kosten von 33.75 Franken am günstigsten. Dahinter folgt Salt mit 39.95 Franken. Ebenfalls 39.95 Franken verlangen die Salt-Marken Gomo, Lidl Connect, Post Mobile und Sky Mobile. Deutlich teurer sind Swisscom mit 75.80 Franken und Sunrise mit 102.70 Franken. Am Tabellenende liegen die Sunrise-Marken CH Mobile, Lebara und Yallo mit jeweils 160 Franken.

"Das Preisniveau ist deutlich gesunken: Bei 15 der 20 untersuchten Anbieter liegen die Kosten 2026 unter 100 Franken. Im Vorjahr war das nur bei vier Anbietern der Fall", sagt Beyeler. Eine Überraschung sei das sehr gute Abschneiden von Salt. In den vergangenen Jahren gehörte Salt in der Roaming-Studie von Moneyland.ch nämlich stets zu den teuersten Anbietern. Im Vorjahr betrugen die Kosten je nach EU-Land 175.25 Franken oder 328.20 Franken. Mit dem neuen Jahrespaket sinken sie auf 39.95 Franken. Das entspricht einer Preissenkung von bis zu 87.8 Prozent. Auch Coop Mobile fällt auf: Die Kosten betragen noch 76.70 Franken. Das sind etwa 200 Franken oder 72 Prozent weniger als im Vorjahr.

Zweiter Kostenvergleich: Datenroaming bei M-Tel am günstigsten

Der zweite Kostenvergleich berücksichtigt ausschliesslich die Kosten für Datenroaming in allen EU-Ländern. Bei den meisten Anbietern können die Anwender zwischen unterschiedlich grossen Paketen auswählen. Typischerweise kostet 1 GB zwischen 7 und 10 Franken, 3 GB zwischen 15 und 30 Franken und 10 GB zwischen 35 und 60 Franken. Deutlich günstiger ist M-Tel: Dort kosten die Pakete rund 3 Franken, 6 Franken und 15 Franken.

Anders ist es bei Salt, Gomo, Lidl Connect, Post Mobile und Sky Mobile: Diese bieten nur noch ein einziges Jahrespaket mit 20 GB für 39.95 Franken an. Kleinere Datenmengen sind deshalb vergleichsweise teuer.

Da die Schweizer Anbieter unterschiedliche Pakete anbieten, hat Moneyland.ch den durchschnittlichen Preis pro GB berechnet. Grundlage für die Auswertung sind 91 Datenpunkte mit einem Volumen zwischen 1 und 10 GB. So wurde auch der Fall berücksichtigt, dass Kundinnen und Kunden grössere Pakete kaufen müssen, ohne das Datenvolumen ganz aufzubrauchen. Klarer Sieger ist hier laut dem Vergleichsdienst M-Tel mit durchschnittlich 2.29 Franken pro GB, gefolgt von Spusu mit 3.91 Franken und Digital Republic mit 5.35 Franken. Die drei grossen Netzbetreiber hingegen sind teurer: Sunrise verlangt 6.82 Franken, Swisscom 8.41 Franken und Salt 10.36 Franken. Alternativ bietet Swisscom auch Länderpakete an, die ausschliesslich in einem einzigen Land gültig sind. Für ein EU-Land kostet ein solches Länderpaket durchschnittlich 5.34 Franken pro GB.

Dritter Kostenvergleich: Datenroaming ausserhalb der EU

Der dritte Kostenvergleich von Moneyland berücksichtigt die Kosten für Datenroaming in 13 ausgewählten Reiseländern: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kanada, Kosovo, Kuba, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Thailand, Tunesien, die Türkei, die Vereinigten Staaten sowie Vietnam. Wie beim Datenroaming in der EU hat Moneyland.ch anhand von 91 Stichproben zwischen 1 und 10 GB die Kosten in 13 ausgewählten Ländern verglichen.

Je nach Reiseland ist ein anderer Anbieter am günstigsten. Klarer Sieger ist Spusu: In acht der 13 untersuchten Länder ist Spusu der günstigste Anbieter, in weiteren drei Ländern liegt Spusu auf dem zweiten Rang. M-Tel ist in vier Ländern am günstigsten und in weiteren fünf Ländern auf dem zweiten Platz. In den vier Ländern Kuba, Thailand, Tunesien und Vietnam ist M-Tel hingegen der teuerste Anbieter.

Je nach Land und Anbieter unterscheidet sich der durchschnittliche Preis pro GB stark. Oft kostet ein GB nur wenige Franken. In einzelnen Fällen kann der Preis theoretisch aber auch mehrere hundert Franken betragen.

Grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern

Auch hier fallen die grossen Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern auf. In den EU-Ländern verlangt der günstigste Anbieter durchschnittlich 2.29 Franken pro GB. Der teuerste Anbieter verrechnet 10.99 Franken. Das ist fast fünfmal so viel. Die extremsten Unterschiede gibt es in Vietnam, Montenegro und Thailand. Der günstigste Provider verrechnet in Thailand durchschnittlich 3.91 Franken pro GB. Beim teuersten Anbieter sind es theoretisch fast 1000 Franken. Das ist 256-mal so viel.

Tipps vom Experten

"Trotz günstigerer Pakete bleibt Roaming ein Thema, bei dem Konsumentinnen und Konsumenten aufpassen müssen. Wer im Ausland einfach ohne nachzudenken mobile Daten verwendet oder das falsche Paket kauft, kann weiterhin in eine Kostenfalle geraten", sagt Ralf Beyeler von Moneyland.ch. Deshalb sollten sich die Nutzer vor der Reise über Roaming und mögliche Alternativen wie lokale SIM-Karten und Reise-eSIM informieren, so der Experte. "Nur wer vor der Reise die Inklusivleistungen seines Abos überprüft und bei Bedarf die passenden Pakete kauft, profitiert von günstigen Preisen."