Nach langem Tauziehen ist der Verkauf des US-Geschäftes von Tiktok besiegelt. Ein Konsortium unter Führung von Oracle mit US-Tech-Milliardär Larry Ellison, dem Finanzinvestor Silver Lake und MGX übernehmen die Social-Media-Plattform, wobei der bisherige chinesische Mutterkonzern Bytedance einen Minderheitsanteil von rund 20 Prozent behält. Ein entsprechnder Vertrag beendet nun die langjährige Auseinandersetzung mit der US-Regierung.
Führende Investoren: Der Tech-Gigant Oracle und der Private-Equity-Fonds Silver Lake führen das Konsortium an.
Tiktok-Chef Shou Chew (42) informierte seine Mitarbeitenden, dass Bytedance und Tiktok eine verbindliche Vereinbarung mit den Investoren zur Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet hätten. Dieses sei etwa für Datenschutz, die Sicherheit des Algorithmus und Software zuständig.
Die Auseinandersetzung um die Kurzvideo-Plattform, die allein in den USA mehr als 170 Millionen Nutzer hat, hat vor mehr als fünf Jahren begonnen. In seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump (79) erstmals erfolglos versucht, die App zu verbieten, und das mit Sicherheitsbedenken begründet. Im September hatte er die Frist für den Verkauf der App bis zum 20. Januar verlängert. Damals hatte US-Vizepräsident J.D. Vance (41) den Wert von TikTok auf ungefähr 14 Milliarden Dollar beziffert. Unklar ist, wie hoch der Kaufpreis jetzt ausfiel.
Bei der demokratischen Opposition stiess das Geschäft auf harsche Kritik. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren (76) verwies darauf, dass noch zahlreiche Fragen offen blieben. "Trump will seinen Freunden noch mehr Kontrolle über das geben, was Sie ansehen“, postete sie auf der Plattform X von Tesla-Chef Elon Musk. Die US-Bürger verdienten es, zu erfahren, ob Trump wieder einmal im Hinterzimmer ein Geschäft für Milliardäre eingefädelt habe, so Warren.
Donald Trump unterhält enge Beziehungen zu Oracle-Chef Larry Ellison (81) und seiner Familie. Im September hatte er zudem davon gesprochen, dass auch Michael Dell (60), der Gründer und Chef des gleichnamigen PC-Herstellers, der Medienmogul Rupert Murdoch (94) und "wahrscheinlich vier oder fünf absolute Weltklasse-Investoren" an dem Tiktok-Geschäft beteiligt werden sollten. Unklar blieb zunächst, ob Dell und Murdoch letztlich tatsächlich zum Zug gekommen sind.
