Laut einer neuen Studie der Northeastern University sammeln viele Einzelhändler Daten über ihre Kunden und machen dabei viele Fehler. Am Beispiel der US-Baumarktkette Home Depot zeigen die Forscher unter anderem, was diese Rückschlüsse auf die Art der Produktvermarktung bedeuten.
Den Experten nach zieht Home Depot anhand der Daten oft falsche Rückschlüsse auf Haushalt, Familie, finanzielle Lage, Ausbildung und Beruf eines Kunden. Solche Ableitungen bezeichnet Studienautor Christo Wilson als "Junk Inferences".
Die Ergebnisse stützen sich auf Daten, die Wilsons Kollege David Choffnes und sein Team aus vier US-Bundesstaaten erhalten haben - Berichte über personenbezogene Infos, welche Studienteilnehmer zuvor bei Home Depot angefordert hatten.
Keiner der Teilnehmer hatte bei Home Depot Angaben über die Anzahl seiner Kinder gemacht. Dennoch erschien in mehreren Berichten "Kind bekannt" oder "Wahrscheinlichkeit von Kindern". Der Datenbericht einer Person enthielt mehrere Standortangaben, von denen diese viele Orte nie besucht hatte.
Ein Grossteil der von Datenhändlern weitergegebenen Infos ist falsch, heisst es. "Diese neuen Erkenntnisse stellen das gesamte Geschäftsmodell infrage. Warum sollten Unternehmen Spitzenpreise für fragwürdige Daten zahlen?", fragt Wilson.
Zu den möglichen Schäden durch falsche Daten gehört ihm zufolge die sogenannte Überwachungspreisgestaltung, bei der personenbezogene Daten genutzt werden, um die Kosten eines Produkts oder einer Dienstleistung zu beeinflussen.
