Im Juli 2026 buchten über das Vergleichsportal Verivox 59 Prozent der Internetkunden einen DSL-Tarif - und das trotz der EU-Abschaltung der Technologie in neun Jahren. Der DSL-Anteil lag in den vergangenen vier Jahre in 46 von 48 Monaten bei über 50 Prozent. Unterdessen haben die Buchungen für Glasfaser zugenommen, die für Kabel sind leicht rückläufig.
"DSL ist auch heute noch die klar dominierende Anschlusstechnik. Ein wichtiger Grund für das Festhalten an der veralteten Technik ist die oft unzureichende Verfügbarkeit alternativer Anschlüsse: In immerhin acht Prozent der deutschen Gemeinden ist DSL weiterhin die einzige stationäre Technologie", verdeutlicht Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg.
Im September 2021 hatten 55 Prozent einen DSL-Anschluss zu Hause, im März 2026 waren es 49 Prozent. Besonders verbreitet ist DSL bei Älteren über 50 Jahre (2021: 60 Prozent, heute 55 Prozent). Junge Menschen unter 30 Jahren haben seltener einen DSL-Anschluss, doch auch in dieser Altersgruppe ist die DSL-Quote noch wie vor hoch (2021: 45 Prozent, heute 40 Prozent).
Laut "Breitbandatlas" der deutschen Bundesnetzagentur können 94 Prozent der deutschen Haushalte einen DSL-Anschluss bekommen. Die Kabel-Verbreitungsquote liegt bei 63 Prozent, Glasfaser ist für 49 Prozent der Haushalte im Gebäude verfügbar. Bei beiden Techniken bestehen grosse regionale Unterschiede: Kabel ist in Ostdeutschland seltener, Glasfaser im Norden ausgebaut.
Bereits heute ist Glasfaser in den ersten 24 Monaten oft bei sogar besserer Leistung günstiger als DSL, vor allem in den mittleren Tarifstufen. Für die kleinsten Tarife mit 16 Mbit/s gibt es kein Glasfaser-Äquivalent, für 50 Mbit/s nur sehr vereinzelt. Schamberg: "Wir sehen günstige Angebote für Glasfaser-Einsteiger als besonders wichtig an, um die Migration erfolgreich zu gestalten. Auch Wenignutzer sollten die Möglichkeit haben, kostenneutral umzusteigen."
