Fast 80 Prozent der US-Bürger glauben, dass Gesundheitsinfos in sozialen Medien oft falsch oder irreführend sind. Der Rest verlässt sich dagegen darauf, was das Netz so anbietet, und trifft gesundheitliche Entscheidungen aufgrund dessen, was in den sozialen Medien vorgeschlagen wird. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von Forschern der Yale University. Ältere vertrauen demzufolge den Gesundheitstipps aus dem Netz noch stärker.
Medizinische Themen sind ohnehin ein Top-Thema in den sozialen Medien und werden intensiv konsumiert, trotz des Misstrauens. Und nicht nur das. 85 Prozent der Nutzer posten oder teilen persönliche und allgemeine Gesundheitsinfos im Social Web. Das ruft auch Influencer auf den Plan. Der Umsatz dieser Werbesparte liegt bereits bei vielen Milliarden US-Dollar pro Jahr. Gesundheits-Content entwickelt sich zum schnell wachsenden Teil davon. Der Umsatz für das Jahr 2026 wird auf etwa 1,27 Mrd. Dollar geschätzt.
Skepsis, was die Richtigkeit von Gesundheitsinfos in den sozialen Medien angeht, ist laut den Wissenschaftlern der Yale University durchaus angebracht, denn es gibt keine Überprüfung der Inhalte durch eine Aufsichtsbehörde, sodass sich irreführende Infos schnell verbreiten und voreingenommene Gesundheitsratschläge - oft geprägt von versteckten Interessenkonflikten - als vermeintlich seriöse Empfehlungen eines Content-Erstellers an seine Follower weitergegeben werden.
Soziale Medien spielen mittlerweile eine wichtige Rolle dabei, wie Erwachsene Gesundheitsinfos erhalten. Die Forscher beobachten das sowohl bei Menschen mit als auch ohne chronische Erkrankungen und fordern bessere Wege, um die Richtigkeit der Inhalte sicherzustellen und Fake News entgegenzuwirken.
Die Verbreitung von KI-generierten Inhalten, die immer häufiger veröffentlicht werden, verschärft das Problem noch weiter. Diese klingen oft sehr überzeugend, auch wenn nur heisse Luft dahinter steckt. Zu den Folgen zählen reale Schäden durch falsche Selbstdiagnosen und sogar unnötige Behandlungen.
