Logobild: Kapi

Bei Amazons Cloud-Sparte "Amazon Web Services" (AWS) haben Serverprobleme am Montag weltweit bei zahlreichen Onlinediensten für Störungen gesorgt. Betroffen waren neben Services von Amazon selbst unter anderem auch Zahlungsdienstleister, Börsenplattformen und Spieleanbieter. "Wir können erhöhte Fehlerraten und Latenzen für mehrere AWS-Dienste in der Region US-EAST-1 bestätigen", erklärte AWS in einer Statusmeldung auf seiner Website.

Laut Mitteilung seien bereits mögliche Störungsursachen identifiziert worden. Erste Massnahmen zur Wiederherstellung der Dienste zeigten Erfolge, erklärte AWS am späteren Vormittag.

Bei Amazon selber wurden die Services Amazon.com, Primevideo und Alexa von den Störungen heimgesucht. Bei den Zahlungsdienstleistern Venmo von Paypal und Chime traten ebenso Probleme auf wie auf der Aktienhandelsplattform Robinhood und der Kryptowährungsbörse Coinbase. Auch der Messenger Signal war von den AWS-Störungen betroffen, wie Signal-Präsidentin Meredith Whittaker auf X erklärte. Auch die auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) spezialisierte Suchmaschine Perplexity fiel aus. "Perplexity ist derzeit nicht verfügbar. Die Ursache dafür ist ein Problem bei AWS. Wir arbeiten daran, das Problem zu beheben", teilte Firmenchef Aravind Srinivas auf X mit. Die App des Fahrdienstvermittlers Lyft war für Tausende Nutzer in den USA nicht verfügbar. Auch bei Business-Anwendungen wie Slack und Zoom oder der App Snapchat kam es zu Ausfällen. Zu den betroffenen Gaming-Plattformen zählten Fortnite des Unternehmens Epic Games, Roblox, Clash Royale und Clash of Clans.

AWS zählt den weltweit grössten Anbieter von Cloud-Computing-Diensten. Die Amazon-Cloud-Tochter stellt dabei die virtuelle Infrastruktur für einen erheblichen Teil des Internets bereit. Die Dienste von AWS sind unter anderem bei Startups populär, weil sie die benötigten IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Datenbanken oder spezielle Software-Funktionen für KI über das Internet von AWS mieten können. Allerdings führt dieser Umstand auch dazu, dass bei einer grossen AWS-Störung gleich mehrere Webseiten und Apps in die Knie gehen.