Logobildquelle: Samsung

Der südkoreanische Elektronikriese Samsung kann den drohenden, historischen Generalstreik vorerst abwenden. Das Management und die Gewerkschaft erzielten kurz vor dem geplanten Streikbeginn eine vorläufige Einigung auf einen neuen Tarifvertrag.

Der auf 18 Tage angesetzte Massenstreik von rund 48.000 Mitarbeitenden sollte eigentlich am Donnerstag beginnen und wäre der grösste Ausstand in der Konzerngeschichte gewesen. Nun aber hat die Gewerkschaft den Ausstand ausgesetzt. Die Belegschaft stimmt vom 22. bis 27. Mai 2026 über die vorläufige Vereinbarung ab. Denn unter Vermittlung des Arbeitsministeriums wurde eine Gehaltserhöhung von 6,2 Prozent sowie die Einführung eines neuen, leistungsabhängigen Bonus für die Halbleitersparte vereinbart.

Auslöser des Konflikts waren Rekordgewinne durch den weltweiten KI-Boom. Die Gewerkschaft forderte ursprünglich eine dauerhafte Ausschüttung von 15 Prozent des operativen Gewinns als Boni, was das Management aus Gründen der Marktvolatilität zunächst ablehnte. Ein tatsächlicher Streik hätte drastische Folgen für die Weltwirtschaft gehabt. Laut der südkoreanischen Zentralbank drohten wirtschaftliche Schäden von rund 20 Milliarden US-Dollar sowie massive Lieferengpässe auf dem globalen Halbleitermarkt.