Logobild: Qualcomm

Der US-amerikanische Halbleiter-Hersteller Qualcomm mit Sitz im kalifornischen San Diego liebäugelt offenbar mit einer Übernahme von Intel. Qualcomm-Chef Cristiano Amon soll Medienberichten zufolge persönlich an Verhandlungen mit Intel beteiligt sein. Allerdings befänden sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium und ein konkretes Angebot liege aktuell noch nicht vor, heisst es.

Ein Übernahmeangebot von Qualcomm für Intel wäre der grösste Übernahmeversuch in der Branche seit 2018, als Broadcom Qualcomm für 142 Milliarden Dollar kaufen wollte. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte dies jedoch aus Gründen der nationalen Sicherheit verhindert. Broadcom hat sich dafür dann später VMware geschnappt.

Intel, einst viele Jahre die globale Nummer eins unter den Chipherstellern, befindet sich derzeit in einer schwierigen Lage. Der Konzern hat den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) zu einem wesentlichen Teil verpasst und kämpft mit einer sinkenden Nachfrage nach klassischen Prozessoren. In diesem Jahr hat die Intel-Aktie bereits 57 Prozent an Wert verloren. Und gerade erst vergangene Woche hat Intel den Bau einer geplanten Chipfabrik in Magdeburg um zwei Jahre verschoben. Das Projekt mit einem geplanten Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro und rund 3000 Arbeitsplätzen sollte ursprünglich 2027 die Produktion aufnehmen.

Auf anderer Seite erwägt der US-Finanzinvestor Apollo Global Management eine Investition von bis zu fünf Milliarden Dollar in Intel, wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insiderkreise berichtet. Apollo habe in den vergangenen Tagen signalisiert, dass es zu einer milliardenschweren Investition in Intel bereit sei. Dies würde einer unternehmensähnlichen Beteiligung entsprechen. Intel-Manager prüfen dem Bericht zufolge derzeit den Vorschlag von Apollo. Die Gespräche seien aber noch nicht abgeschlossen. Sowohl der Umfang der möglichen Investition als auch der gesamte Deal könnten sich noch ändern oder scheitern, hiess es weiter. Apollo kündigte bereits Anfang dieses Jahres an, sich für elf Milliarden Dollar mit 49 Prozent an einem Joint Venture für Intels neue Produktionsstätte in Irland zu beteiligen.