Symbolbild: Pixabay/Geralt

Die Schweiz gilt allgemein als Innovations-Hotspot – doch beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) herrscht bei den Beschäftigten aktuell eine überraschende Nüchternheit statt Aufbruchsstimmung. Die neue PwC-Studie "Global Workforce Hopes and Fears 2026" offenbart ein echtes Paradoxon: Schweizer:innen nutzen KI zwar fleissig, glauben aber kaum an ihren Mehrwert.

Die Zahlen zeigen, dass generative KI im Schweizer Arbeitsalltag längst angekommen ist. Ganze 28 Prozent der Schweizer Beschäftigten nutzen KI-Tools täglich – das sind deutlich mehr als im weltweiten Durchschnitt (22 Prozent). Doch während die Technologie fleissig gefüttert wird, bleibt die emotionale und qualitative Akzeptanz auf der Strecke.

Der wahrgenommene Nutzen von KI im Büro ist laut PwC Schweiz ernüchternd gering:
• Nur 14 Prozent der Befragten fühlen sich durch den KI-Einsatz motivierter oder zuversichtlicher.
• Lediglich 10 Prozent sehen eine klare Verbesserung ihrer Arbeitsqualität.
• Gar nur 9 Prozent sind der Ansicht, dass KI ihre eigenen Fähigkeiten oder die Kreativität fördert.

Zwar bescheinigen immerhin 22 Prozent der Technologie, bei der Bewältigung komplexerer Aufgaben zu helfen, doch die grosse KI-Euphorie bleibt aus. Auch die langfristige Job-Zuversicht wackelt: Nur 27 Prozent der Schweizer Angestellten sind optimistisch, dass ihre persönlichen Fähigkeiten in drei Jahren noch unverändert auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein werden.

Wie passt die hohe Nutzungsrate mit der grossen Skepsis zusammen? - Die Studienautoren sehen das Problem vor allem in einer fehlenden systematischen Weiterbildung, insbesondere innerhalb der Kernbelegschaft. "Nutzung allein schafft noch keine Akzeptanz“, bringt es Teena Madhvani, Partnerin bei PwC Schweiz, auf den Punkt. Damit KI nicht nur als nettes, potenziell bedrohliches Tool wahrgenommen wird, sondern zu messbarer Produktivität führt, müssten Schweizer Unternehmen jetzt massiv in die gezielte Ausbildung ihrer Mitarbeitenden investieren, so Madhvani. Denn nur Tools bereitzustellen reicht im Jahr 2026 offenbar nicht mehr aus. Wer die Belegschaft nicht durch gezielte Upskilling-Programme mitnimmt, erntet statt Effizienzgewinnen vor allem Frust und Skepsis.