In seinem Gastbeitrag "Das Büro erlebt seine industrielle Revolution" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beleuchtete Professor Peter Buxmann von der TU Darmstadt, wie Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt grundlegend umgestaltet. Anders als bei früheren Umbrüchen treffe es diesmal nicht die Fabrikhalle, sondern den Schreibtisch – Juristen, Journalisten, Steuerberater und Marketingfachleute stünden im Mittelpunkt des Wandels. Reagieren müssten darauf auch Unternehmen, Politik und Hochschulen.
Buxmann verweist unter anderem auf eine repräsentative Studie der TU Darmstadt in Kooperation mit Yougov: Knapp 60 Prozent der Befragten erwarten, dass KI-Produktivitätsgewinne vor allem zu Jobverlusten führen. Wer KI-Kompetenz besitzt und in digitalisierbaren Berufen arbeitet, sorgt sich demnach besonders – laut Buxmann "völlig zu Recht". Zugleich könne KI jedoch auch als Puffer im demographischen Wandel dienen und auffangen, dass mehr Menschen in Rente gehen als nachrücken.
"Wenn Europa technologisch wettbewerbsfähig bleiben will, wird es daher nicht ausreichen, Risiken detailliert zu regulieren“, so Buxmann. "Entscheidend wird sein, ob Politik den technologischen Wandel und schnelle Innovationen praktisch ermöglicht – oder ihn durch zusätzliche Bürokratie weiter verlangsamt." (Quelle: TU Darmstadt)
