Hotel: braucht wegen KI einen neuen Internetauftritt (Foto: Thomas Ulrich, pixabay.com)

Die meisten Menschen suchen ihre Urlaubsunterkunft noch auf herkömmliche Weise. Sie nennen Reisedaten und Zielort oder Region und kreuzen zahlreiche Filtermöglichkeiten an wie "mit Hund", "WLAN" oder "mit Fitnesscenter" an. Viele nutzen dagegen KI-Tools, die versprechen, die Hotelsuche zu vereinfachen. Darauf sind längst nicht alle Hotels vorbereitet. Sie gehen bei der Auswahl leer aus, wie eine neue Analyse der Boston Consulting Group zeigt.

Um das zu verhindern, müssen viele Hotels grosse technische Veränderungen in ihrem Internet-Auftritt vornehmen, um für KI-unterstützte Suchen sichtbar zu werden. Das jedenfalls sagt Nicolas Marette, Gründer von Custplace. Das Pariser Unternehmen hilft Firmen dabei, ihre digitale Präsenz zu optimieren und Hotels für KI sichtbar zu machen, was sein Schaden nicht ist.

Laut einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group (BCG) nutzen bereits 37 Prozent der Reisenden KI-gestützte Online-Reiseseiten, um Reisen zu planen und zu buchen. "Was ein Hotel tun muss, um von Suchmaschinen gut gelistet zu werden, ist nicht dasselbe, was es tun muss, um von KI gelistet zu werden", sagt Johanna Benesty von der BCG.

Zudem funktionierten nicht alle KI-Modelle auf die gleiche Weise. Die Umstellung auf einfache Sprache bedeutet grosse Veränderungen für Hotels. "Die grösste Herausforderung besteht darin, vage Anfragen wie 'Ich möchte ein romantisches Hotel im Süden' zu verstehen", so Nicolas Maynard, Leiter für KI und Datenwissenschaft der französischen Hotelgruppe Accor, der für seinen Arbeitgeber dieses Verstehen herbeiführen muss.

Wenn es gelingt, haben die Hotels weitaus mehr Möglichkeiten, sich potenziellen Gästen besser zu präsentieren. Sie könnten dann selbst auf die detailliertesten Kundenfragen eingehen, wie zum Beispiel "ob sich auf der linken Seite des Bettes eine Steckdose befindet, weil sie es gewohnt sind, auf dieser Seite des Bettes zu schlafen und ihre Geräte aufzuladen", meint Olivier Cohn, Direktor von Best Western France, Teil der Hotelkette Best Western. Aktuelle Systeme wie Chatbots und selbst Mitarbeiter hätten dagegen Schwierigkeiten, so detailliert zu antworten.