Bild: zVg

Mehr als 450 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft besuchten den diesjährigen Liechtensteiner Digital Summit, der gestern bereits zum neunten Male durchgeführt wurde, und diskutierten über aktuelle Themen rund um Künstliche Intelligenz und digitale Transformation. Unter dem Leitmotiv "Globale Technologie trifft europäische Souveränität" bot die diesjährige Ausgabe ein hochaktuelles, thematisch breit gefächertes Programm.

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe stand die Frage, wie Europa im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz eine eigenständige und verantwortungsvolle Rolle einnehmen könne. Internationale Expertinnen und Experten zeigten auf, wie technologische Innovation, wirtschaftliche Skalierung und gesellschaftliche Verantwortung zusammen gedacht werden müssen.

Den Auftakt machte Marc Stampfli, Business Director Switzerland bei Nvidia. Er gab Einblicke in die rasante Entwicklung von Deep Learning, High Performance Computing und Quantencomputing und zeigte, wie leistungsfähige Recheninfrastrukturen zur Grundlage moderner KI-Anwendungen geworden sind, die ganze Branchen transformieren. Anschliessend rückte Cornelia Diethelm, Gründerin des Centre for Digital Responsibility, die gesellschaftliche Dimension in den Fokus. Sie machte deutlich, dass Vertrauen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werde und Unternehmen gefordert seien, ethische Leitplanken nicht nur zu definieren, sondern konkret in ihre Prozesse zu integrieren.

Die Perspektive aus der Forschung brachte Professor Marco Hutter, Professor für Robotik an der ETH Zürich, ein. In seiner Keynote gab er einen fundierten Einblick in die aktuellen Entwicklungen rund um Lauf- und Humanoidroboter. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele zeigte er, wie diese Systeme funktionieren und welches Potenzial sie für Industrie und Gesellschaft entfalten.

An der Schnittstelle von Datenanalyse und Life Sciences zeigte Viktoria de La Rochefoucauld, Head of Life Sciences bei Palantir Technologies, wie Künstliche Intelligenz und Daten nicht nur Prozesse effizienter machen, sondern auch Organisationen grundlegend verändern können. Wobei im Zentrum immer der Mensch stehe: Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden befähigten, selbst Lösungen zu entwickeln, schafften nachhaltige Wettbewerbsvorteile, so Rochefoucauld.

Eine unternehmerische Perspektive brachte Karsten Neugebauer, Unternehmer und KI-Experte sowie Mitgründer der G2K Group, ein. Anhand seines Exits zeigte er, wie europäische KI-Innovation international skaliert werden könnte und welches Potenzial in der Kombination aus Technologie, Unternehmertum und globaler Vernetzung liege.

Auch die öffentliche Hand spielte eine zentrale Rolle im Programm. Liechtensteins Wirtschaftsminister Hubert Büchel sprach über die strategische Ausrichtung der liechtensteinischen Digitalpolitik und betonte die Bedeutung klarer Rahmenbedingungen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Fabian Schmid, Leiter des Amts für Informatik, knüpfte daran an und stellte konkrete E-Government-Projekte vor. Er zeigte auf, wie digitale Lösungen die Effizienz und Nutzerfreundlichkeit staatlicher Dienstleistungen nachhaltig verbessern können. Peter Beck führte als Moderator kompetent durch das Programm.

Der Digital Summit wurde von der Standortinitiative Digital-Liechtenstein.li organisiert und von der liechtensteinischen Regierung unterstützt. Die Initiative vereint über 70 Unternehmen und Organisationen.
www.digitalsummit.li

Wie immer gut besucht: Impression vom Digital Summit im Vaduzer Saal (Bild: zVg)
Wie immer gut besucht: Impression vom Digital Summit im Vaduzer Saal (Bild: zVg)
Fabian Schmid, Leiter des Liechtensteiner Amtes für Informatik (Bild: zVg)
Fabian Schmid, Leiter des Liechtensteiner Amtes für Informatik (Bild: zVg)
Impression vom Digital Summit (Bild: zVg)
Impression vom Digital Summit (Bild: zVg)