Symbolbild: Pixabay/Rank Rietsch

Ja, das chinesische KI-Startup Deepseek entwickelt laut aktuellen Berichten einen eigenen KI-Chip. Das Unternehmen stellt demnach bereits seit Monaten stillschweigend Chip-Entwickler ein und verhandelt mit Partnern über Design, Fertigung und Speicherkomponenten. Der Chip soll speziell für die Ausführung bereits trainierter Modelle optimiert (Inferenz) werden, um Nutzeranfragen in Echtzeit zu beantworten.

Die Hardware ist laut "The Decoder" nicht primär für das rechenintensive Training völlig neuer Grossmodelle gedacht. Inferenz-Spezialchips können deutlich günstiger produziert werden und verbrauchen weniger Energie als Allzweck-Grafikkarten (GPUs).

Hintergrund dazu ist, dass sich Deepseek aus der engen Abhängigkeit von US-Herstellern wie Nvidia sowie nationalen Anbietern wie Huawei lösen will. Eine eigene Hardware erlaubt es dem Unternehmen, seine stark optimierte Software perfekt auf die physikalischen Rechenkerne abzustimmen. Der Schritt fällt mit einer strategischen Wende zusammen, bei der Deepseek durch eine neue Finanzierungsrunde rund 7 Milliarden US-Dollar an externem Kapital einsammelt.

Aufgrund strikter Exportkontrollen der USA ist Deepseek der Zugriff auf die fortschrittlichsten ausländischen Halbleiter-Auftragsfertiger (wie TSMC) versperrt. Auch der Zugang zu schnellem Speicher (High Bandwidth Memory – HBM), der für moderne KI-Chips zwingend notwendig ist, ist stark reglementiert. Die Konstruktion eines konkurrenzfähigen KI-Prozessors dauert erfahrungsgemäss mehrere Jahre und garantiert trotz hoher Budgets keinen Erfolg.