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Die zunehmende Dynamik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zwingt Chief Executive Officers (CEOs) dazu, die Struktur der C‑Ebene neu zu gestalten, um die Wirkung im gesamten Unternehmen zu erhöhen, wie eine aktuelle globale Studie des IBM Institute for Business Value belegt.

Im Vorwort zu dieser Studie schreibt IBM Vice Chairman Gary Cohn: 
"Die Rolle des CEO bestand schon immer darin, durch Disruption zu führen. Was KI verändert, ist die Geschwindigkeit und die Tragweite von Führung. Erfolgreiche Unternehmen werden 'AI-first' operieren – nicht als zusätzliche Technologieebene, sondern als neues Betriebsmodell. Entscheidungszyklen verkürzen sich. Grenzen zwischen Funktionen lösen sich auf. Wettbewerbsvorteile erzielen diejenigen, die schneller lernen, sich anpassen und handeln können als ihre Wettbewerber."

Die jährliche IBM CEO Studie, für die weltweit 2.000 CEOs befragt wurden – darunter 100 aus Deutschland und 40 aus der Schweiz – zeigt: Mit der zunehmenden Verbreitung von KI stehen CEOs verstärkt unter dem Druck, Führungsstrukturen, Entscheidungsprozesse und Organisationsmodelle neu zu denken.

Gemäss der Untersuchung verfügen 76 Prozent der weltweit befragten Unternehmen 2026 über einen Chief AI Officer (CAIO; 2025: 26 Prozent). Deutschland folgt diesem Trend (76 Prozent), während erst 65 Prozent der Schweizer Unternehmen eine solche Rolle etabliert haben. Weiters geben 64 Prozent der weltweiten CEOs geben an, sich wohl dabei zu fühlen, strategische Entscheidungen auf Basis von KI-generierten Erkenntnissen zu treffen im Vergleich zu 54 Prozent der deutschen CEOs, während Schweizer CEOs das grösste Vertrauen in KI-generierte Inhalte (70 Prozent) in Europa haben. Und 83 Prozent der weltweit Befragten (Deutschland: 86 Prozent, Schweiz: 83 Prozent) halten KI‑Souveränität für einen zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie, was die Bedeutung geeigneter Kontrollmechanismen unterstreicht, da KI eine immer grössere unternehmensweite Rolle spielt.

Die CEOs sagen weltweit auch, nur 25 Prozent der Mitarbeitenden nutzen KI regelmässig im Arbeitsalltag; in Deutschland sind es im Vergleich lediglich 23 Prozent und 25 Prozent der Schweizer CEOs geben dasselbe an. Dennoch sind 86 %Prozent der global Befragten der Meinung, dass ihre Belegschaft über die erforderlichen Kompetenzen verfügen, um mit KI zusammenzuarbeiten; bei den deutschen Befragten sind es 83 Prozent, während die Schweizer CEOs mit 93 Prozent noch zuversichtlicher sind.

Mohamad Ali, Senior Vice President, IBM Consulting, kommentiert: 
"KI verändert grundlegend, wie Arbeit funktioniert, indem sie Menschen und Software neu zusammenbringt. CEOs, die echte Ergebnisse erzielen, setzen KI nicht nur schneller ein – sie gestalten ihre Organisationen neu, um die besten Talente mit der besten Technologie zu verbinden.“

Gemäss der Studie erfordern die neuen Herausforderungen der Zeit auch neue Formen der Führung. So bekennen 85 Prozent der weltweit Befragten (Deutschland: 83 Prozent, Schweiz: 83 Prozent), dass alle funktionalen Führungskräfte in ihrem jeweiligen Bereich zu Technologieexperten werden müssen – ein Zeichen dafür, dass die Verantwortung für KI über spezialisierte Rollen hinaus erweitert wird. Unter den Organisationen mit einem CAIO erwarten alle weltweit befragten CEOs, in Deutschland und in der Schweiz, dass der Einfluss dieser Rolle bis 2030 zunehmen wird – ebenso wie der wachsende Einfluss aller Mitglieder des C‑Levels. Zudem gehen 59 Prozent aller weltweit befragten CEOs davon aus, dass der Einfluss des CHRO in den kommenden Jahren steigen werde. Diese Ansicht teilen 58 Prozent der deutschen und 56 Prozent der Schweizer CEOs.

Während CEOs zunehmend auf KI‑gestützte Entscheidungen setzen, werden Governance und Kontrollmechanismen sukzessiver wichtiger, geht aus der Befragung weiters hervor.

So erwarten die weltweit befragten CEOs weltweit bis 2030, dass 48 Prozent der operativen Entscheidungen, bei denen Konsistenz und Leitplanken kodifiziert werden können, von KI ohne menschliches Eingreifen getroffen werden – gegenüber heute 25 Prozent. Deutsche CEOs teilen diese Erwartung zu 48 Prozent, während Schweizer CEOs mit 46 Prozent ähnlich liegen (gegenüber derzeit 24 Prozent). Und 79 Prozent der weltweit befragten Führungskräfte bestätigen, dass sie Entscheidungsprozesse dezentralisieren und Verantwortlichkeiten verteilen, da KI unternehmensweit eine bedeutendere Rolle spielt. Im Vergleich zu 85 Prozent der deutschen CEOs und 88 Prozent der Schweizer Befragten.

Was den Faktor Mensch betrifft, so sagten 83 Prozent der weltweit befragten CEOs, dass der Erfolg von KI stärker von der Akzeptanz durch die Menschen als von der Technologie abhänge, im Vergleich zu 78 Prozent der deutschen und 80 Prozent der Schweizer CEOs. Zwischen 2026 und 2028 erwarten die Befragten weltweit, dass 29 Prozent der Mitarbeitenden eine Umschulung für eine andere Rolle benötigen (Deutschland: 28 Prozent, Schweiz: 29 Prozent) und 53 Prozent weltweit (Deutschland: 54 Prozent, Schweiz: 51 Prozent) eine Weiterbildung benötigen, um ihre aktuelle Rolle effektiver auszuüben. Weiters gaben 77 Prozent der Befragten weltweit an, dass Aufgaben im Bereich Talent‑ und Technologieführung zusammenwachsen, was auf eine engere Verzahnung von Talent, Technologie und Unternehmensstrategie hindeute. Im Vergleich zu 75 Prozent der deutschen und 73 Prozent der Schweizer Befragten.

Die vollständige Studie: https://www.ibm.com/thought-leadership/institute-business-value/en-us/c-...

Zur Studienmethodik:
Das IBM Institute for Business Value führte in Zusammenarbeit mit Oxford Economics von Februar bis April 2026 eine Umfrage unter 2.000 CEOs und vergleichbaren leitenden Führungskräften in 33 Regionen und 21 Branchen durch. Die Untersuchung analysierte, wie Führungskräfte Geschäftsmodelle, operative Strukturen und Umsetzungskompetenzen in einer KI‑getriebenen Wirtschaft neu gestalten. Ergänzende Analysen betrachteten, wie Unternehmen ihre KI‑Ambitionen in unternehmensweite Umsetzung und geschäftlichen Mehrwert überführen.