Im Rahmen einer Finanzierungsrunde von insgesamt 1,7 Milliarden Euro beteilige sich der Chip-Ausrüster ASML mit Zentrale im niederländischen Veldhoven mit 1,3 Milliarden Euro am französischen Startup Mistral AI und werde damit zum grössten Anteilseigner der europäischen KI-Hoffnung. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Damit erreiche Mistral eine Bewertung von zehn Milliarden Euro und werde zum wertvollsten Unternehmen für Künstliche Intelligenz (KI) in Europa. ASML soll im Gegenzug einen Sitz im Verwaltungsrat von Mistral erhalten, so Reuters.
Wie die Insider gegenüber Reuters betonten, soll der Einstieg von ASML die technologische Souveränität Europas stärken und die Abhängigkeit von KI-Modellen aus den USA und China verringern. ASML setzt bereits KI ein, um die Effizienz seiner Anlagen zu steigern. Der Konzern könnte von der Datenanalyse und den KI-Kompetenzen von Mistral profitieren, um die Leistung seiner Anlagen zu verbessern und zusätzliche Produkte zu entwickeln.
ASML ist der weltweit grösste Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie. Die überaus komplexen Maschinen spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von integrierten Schaltkreisen (Mikrochips). Der Grossteil der Chiphersteller (Foundries und IDMs) sind Kunden von ASML, darunter etwa Taiwan Semiconductor Manufactoring (TSMC) und Intel. Der globale Marktanteil des Unternehmens für Lithographie-Ausrüstungsindustrie wird auf 80–90 Prozent taxiert. Mistral gilt als Europas Antwort auf US-Konkurrenten wie den ChatGPT-Erfinder OpenAI und die Google-Mutter Alphabet. Mistral wurde 2023 von dem ehemaligen Deepmind-Wissenschaftler Arthur Mensch und den früheren Meta-Forschern Timothée Lacroix und Guillaume Lample gegründet. Zu den Geldgebern von Mistral zählt auch der US-Chipkonzern Nvidia.
