Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat angekündigt, unsichtbare Wasserzeichen für KI-Texte seines Chatbots Claude einzuführen. Damit sollen Vorgaben des EU-KI-Gesetzes (EU AI Act) umgesetzt werden, die eine maschinenlesbare Kennzeichnung von KI-Inhalten vorschreiben. Die Funktion sei für Menschen nicht sichtbar und bleibe auch beim Kopieren und leichten Bearbeiten von Texten erhalten, heisst es.
Neue Claude-Versionen, die veröffentlicht wurden, enthalten das Wasserzeichen bereits; ältere Versionen sollen laut den Infos schrittweise aktualisiert werden. Die Kennzeichnung erfolgt über statistische Signale im Text oder Metadaten, die für Maschinen lesbar sind. Ein Wasserzeichen beweist allerdings nur, dass Claude an der Erstellung oder Bearbeitung des Textes beteiligt war, jedoch nicht zwingend, ob der Inhalt komplett von der KI stammt oder nur korrigiert wurde.
Einen freiwilligen Verhaltenskodex haben bereits 190 Unternehmen unterschrieben, darunter Google, Meta, Microsoft, Mistral und OpenAI.
Auch der Audio-Streaming-Dienst Spotify will die KI-Kennzeichnung verbessern. Ab Mitte September soll mit dem sogenannten "AI-Persona"-Label ersichtlich werden, ob sich hinter einem Künstlerprofil echte Interpreten oder KI-generierte Inhalte verbergen. Nutzer hatten demnach Besorgnis über Profile geäussert, die menschlich wirken, hinter denen jedoch KI-generierte Figuren stehen. Die Kennzeichnung soll auf Bannern, in den Profilbeschreibungen, in den Suchergebnissen sowie in Playlists zu sehen sein, heisst es.
