Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im zweiten Quartal dieses Jahres die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen, was vor allem an einem extrem starken Cloud-Wachstum lag. Trotz der Rekordzahlen gab die Aktie nachbörslich um rund 4 Prozent nach, da Investoren wegen der massiv steigenden Ausgaben für KI-Infrastrukturen besorgt sind.
Den Umsatz konnte der Internetgigant im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden US-Dollar schrauben. Die Erwartungen der Marktgurus lagen bei 117 Milliarden Dollar. Der Reingewinn schnellte von 28,2 Milliarden Dollar im Vorjahr auf nunmehr 112,1 Milliarden US-Dollar hoch. Allerdings resultiert ein Grossteil des Gewinns, nämlich 99 Milliarden Dollar, aus unrealisierten Buchgewinnen durch die Neubewertung von Firmenbeteiligungen wie etwa der kürzlich an die Börse gegangenen SpaceX und Anthropic, an denen der Konzern entsprechende Beteiligungen hält.
Was die Umsätze anbelangt, so sprangen die Erlöse aus dem Cloud-Business (Google Cloud) um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar – angetrieben durch eine extrem hohe Nachfrage nach Enterprise-KI-Lösungen. Das klassische Werbegeschäft bei der Google-Suche wuchs um 17 Prozent auf 63,3 Milliarden US-Dollar. Die Werbung auf Youtube legte um 13 Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar zu.
Ein Knackpunkt für die Anleger sind nach wie vor die Milliardeninvestitionen in KI. Allein im abgelaufenen Quartal betrugen die Investitionsausgaben (Capex) knapp 45 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management nun Ausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren und KI-Chips. Wegen der enormen Nachfrage plant Alphabet im dritten Quartal temporär Leistung von Drittanbietern anzumieten, was die operativen Margen kurzfristig belasten könnte.
